Der Pranger

 

 

 

Den Pranger gibt es in den unterschiedlichsten Formen.

 

Wir nehmen zuerst einmal den transportablen. Dieser kann je nach Bedarf auf dem Marktplatz oder am Rathaus aufgestellt werden.

 

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 Unser Kunde  musste nicht um sein Leben fürchten, sondern wurde nur öffentlich zur Schau gestellt. Je nach Landstrich und Vergehen bewarfen die Passanten sie mit Dreck, faulem Obst und Steinen. Ganz böse wurde es wenn der eine oder andere  Zuschauer seinen Notdurfthafen über unserem Kunden entleerte.

 

Auch das war erlaubt.

 

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Eine der bekanntesten Persönlichkeiten, die am Pranger landete, war der englische Schriftsteller Daniel Defoe ("Robinson Crusoe"), der 1703 in London für seine Satiren öffentlich gedemütigt werden sollte. Allerdings waren die Menschen auf seiner Seite und bewarfen ihn mit Blumen.

 

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Eine bekannte Unterart des normalen Prangers war der Fasspranger. Hier stand der Rechtsbrecher in einem Fass (mit Aussparungen für Arme, Kopf und Beine). Im Fass schwappte eine Brühe mit unappetitlichen Zutaten (gerne Urin, Blut, verfaultes Wasser).

 

Wer wollte, konnte den armen Teufel im Fass beschimpfen oder körperlich angehen. Besonderes letzteres führte nicht selten zu offenen Wunden, die sich im fauligen Wasser entzündeten und sogar zum Tode führten.